Cold Cold Ground – This Side Of Depravity (CD-2011)

This Side Of Depravity‚ ist das Debutalbum von Cold Cold Ground. Gegründet wurde die Band 2004 und besteht aus Hauptmann D (vocals, programming), Mr. Bunny (guitar, programming), NooZ (bass) und H. Dine (drums). In ihrer Heimat sind die Finnen durchaus schon bekannt und konnten ihre Live-Qualitäten schon mit KMFDM  und Project Pitchfork unter Beweis stellen. Cold Cold Ground versprechen eine Mischung aus ‚Misfits, Prodigy und NIN mit dem finnischen Grundbedürfnis für Melodien‘ und ‚eine Erweiterung des Spektrums des Industrial Rocks‘.

Soweit zu den Versprechen. Das Album beginnt mit dem Stück ‚You will break‘. Ein gelungener Einstieg mit klassischem Industrial-Rock. Viele harte Gitarren, treibender Rhythmus und tanzbar.  Mit ‚Pigs‘ wird in Bezug auf die Härte musikalisch und inhaltlich nochmal ordentlich nachgelegt. Energischer, lauter, aggressiver schreit Hauptmann D dem Zuhörer den Refrain entgegen.  Beschuldigt uns zu Tieren verkommen zu sein und unsere sozialen Fähigkeiten verloren zu haben.

Wer es bis ‚DIYM‘ noch nicht gemerkt hat, dem wird es spätestens jetzt bewusst Cold Cold Ground wollen nicht zu den braven Jungs gehören. Ihre Songtexte sollen provozieren und polarisieren. Und so wird sowohl hier als auch bei ‚Tension‘ ordentlich in die unteren sprachlichen Schubladen gegriffen. Während einem in ‚DIYM‘ ein zumindest ungewöhnlicher Tod gewünscht wird eignet sich ‚Tension‘ durchaus zum Aggressionsabbau und überrascht mit einem wirklich sehr gut gelungenem Refrain der phasenweise schon in eine Art Sprechgesang übergeht.

‚Pseudo Life‘  gehört mit ‚Salesman In Me‘ und  ‚Electrodes In The Head‘ zu den eher Richtung Industrial tendierenden Stücken. ‚Warden‘ und ‚Doves‘ zu den eher rockigen Vertretern.

Eine völlig neue Facette zeigt ‚Disintegrating‘. Das ruhigste Stück auf dem Album und wunderschön komponiert.

Fazit: Was das Album auszeichnet ist der wirklich sehr gute Gesang. Sowohl die Stimmfarbe an sich als die Komposition sind durchweg gelungen. Jeder Song birgt neue Details in der Umsetzung. Elemente aus vielen Stilrichtungen werden kombiniert. Sicher kein Album für einen ruhigen Abend und inhaltlich auch nichts für verträumte romantische Seelen aber ein energischer, rockiger Silberling. Einziges Manko: Mit einer Spielzeit von weniger als 40 Minuten etwas zu kurz.

Anspieltipps: ‚Tension‘, ‚You Will Break‘, ‚Disintegrating’

Tracklist:
1. You Will Break
2. Pigs
3. Warden
4. Doves
5. Pseudo Life
6. DIYM
7. Tension
8. Salesman In Me
9. Electrodes In The Head
10. Disintegrating

Internet:
http://www.coldcoldground.com/
http://www.facebook.com/coldcoldground
http://www.myspace.com/coldcoldground

Autor: Daray